Der körperliche Rhythmus hat eine Periodendauer von 23 Tagen und ist bestimmend für das körperliche Befinden im materiellen Sinne. Neben diesen physischen Gegebenheiten regiert er über deren psychische Auswirkungen: Energie, Angriffslust, Unternehmungsgeist, Selbstvertrauen, Mut, Ausdauer und Widerstand. Bei Pluslage sind diese Wesensarten erhöht, bei Minuslage vermindert.
Maximum der aktivierenden Kräfte, individuelle Zeit der Kraftabgabe, der erhöhten körperlichen Leistungs- und Ertragungsfähigkeit. Der Körper ist immun gegen Infektion. Äußerste Widerstandskraft, weshalb chirurgische Operationen, aber auch abbauende medikamentöse oder physikalische Maßnahmen, stark angreifende Bäder, Bestrahlungen, Impfungen, Blutentzüge ( Blutspenden ), Fastenkuren oder Massagen in diese starke Rhythmenstellung verlegt werden sollten.
Passive Periode, Zeit der Kräftesammlung, der Vorbereitung. Beste Reaktion auf Heil- und Stärkungsmittel. Die körperliche Spannkraft ist im allgemeinen etwas vermindert.
Der geistige Rhythmus mit einer Periodendauer von 33 Tagen ist im Gegensatz zu den beiden Substanzrhythmen K und S für physiologische Belange bedeutungslos und darf deshalb vom Arzt bei der Krankenbehandlung außer acht gelassen werden. Er spiegelt die Schwankungen unserer geistigen Kräfte wider, also: Verstandesklarheit, Auffassungsgabe, Widergabefähigkeit, Geistesgegenwart, Schlagfertigkeit in Rede und Schrift, Kombinationsgabe, Logik. Infolge seines Einflusses auf die geistige Spannkraft sollte er von allen Verkehrsteilnehmern sorgfältig beachtet werden. Statistische Untersuchungen haben bewiesen, dass ein sehr hoher Prozentsatz aller Unfälle auf das Konto der Minuslage des G-Rhythmus entfällt.
Höchstform der geistigen Konzentrationsfähigkeit. Streben nach verstandesmäßigen Leistungen Erfolg versprechend. Auffassungsgabe, Gedächtnis, Schlagfertigkeit, Logik, Konzentration sind besonders geschärft.
Schwerfälliger Gedankenfluss, Ideenarmut, verlangsamte geistige Reaktionsfähigkeit.
Der seelische Rhythmus hat eine Periodendauer von 28 Tagen und ist im Zusammenwirken mit dem männlichen gleichfalls bestimmend für das körperliche Befinden. In psychischer Hinsicht aber bedeutet er Gefühl, Stimmung, Optimismus, Frohsinn, Gemeinschaftsgeist, Kunst, Intuition, schöpferische Fähigkeiten, erfolgreiche Meditation - kurz: er steuert die seelischen Kräfte durch die Hoch- und Tieflagen. Die beiden Rhythmen K und S nennt man Substanzrhythmen, weil sie gemeinsam nebeneinander herlaufend das jeweilige körperliche Kräftebild widerspiegeln. Deshalb sind beide, abgesehen von ihren unterschiedlichen psychologischen Ausstrahlungen, für die leibliche Zustandsform maßgeblich. Das gilt besonders im Krankheitsfall, wo die periodischen Tage beider Rhythmen zusammengenommen in chronologischer Folge als Krisenpunkte auftreten. Dieses Faktum erklärt sich aus der Zweigeschlechtigkeit jedes Geschöpfes. Alles Leben resultiert aus dem Zusammenwirken von männlicher und weiblicher Substanz. Auch unser Körper setzt sich sowohl aus männlichen wie aus weiblichen Stoffeinheiten zusammen, die fortwährend zeugend aufeinander wirken. Der immerwährende Auf- und Abbau unseres Zellenstaates ist ein pausenloser Zeugungsvorgang. Aus alledem lässt sich folgern, dass die Rhythmen K und S in Bezug auf ihre Beeinflussung der körperlichen Spannkraft gleichwertig sind. Nur ihre psychologischen Auswirkungen sind verschieden. Da Körper und Seele in engster Wechselwirkung zueinander stehen, ist leicht einzusehen, dass ein schwacher Körper durch eine starke Seele und umgekehrt eine empfindsame Seele durch einen starken Körper kompensiert werden.
Erhöhte Lebensstimmung, Gefühl, Laune, Gemüt, Humor, Gläubigkeit und intuitive Fähigkeiten sind in bester Verfassung. Die sexuelle Triebhaftigkeit ist aktiv. Jegliche künstlerische schöpferische Tätigkeit ist " insofern entsprechende Veranlagung vorhanden" begünstigt und Erfolg versprechend. Infolge der Substanzgebundenheit des S-Rhythmus gilt auch hier das für den K-Rhythmus bezüglich körperlicher Leistungs- und Ertragungsfähigkeit Gesagte.
Die seelische Gemütslage ist etwas bedrückt, die Stimmung launenhaft, das sexuelle Triebleben passiv. Dagegen wirken Heil- und Stärkungsmittel gut. Zeit der schöpferischen Pause.
Den Übergangstag einer Kurve vom Minus- ins Plusbereich nennt man periodischen Tag, denjenigen vom Plus- ins Minusbereich halbperiodischen Tag. Sie verdienen wegen ihrer Geneigtmachung des Menschen zur Anfälligkeit sorgfältigste Beachtung. Das schneiden der Null-Linie nennt man auch Kritische Tage.
In beiden Rhythmen sind sie gleichwertig. Alle plötzlichen organischen Veränderungen: Krankheitsausbruch, Fieber, Ohnmachten, Schlaganfälle, Schweißausbrüche, Koliken wie auch plötzlicher Umschwung zur Besserung, Fieberabfall, Schlaf, Harnflut, selbsttätige Öffnung von Abszessen usw. fallen typisch mit den periodischen und halbperiodischen Tagen M und W zusammen. An ihnen sind Operationen unbedingt zu vermeiden, da sie erfahrungsgemäß zu schwersten Komplikationen prädestinieren. Im übrigen gilt, dass an diesen zyklischen Tagen nicht durchaus etwas Ungünstiges geschehen muss, es besteht lediglich Anlage dazu. Wie sagte doch Fließ: "Nicht jeder periodische Tag ist ein kritischer Tag, aber jeder kritische ein periodischer.
Die geistige Spannkraft und Aufmerksamkeit ist gehemmt und begünstigt Unfälle. Deshalb
sollten sich alle Verkehrsteilnehmer diese Tage sorgfältig notieren und
an ihnen ganz besonders vorsichtig sein.
Beste Tage für körperliches und geistiges Schaffen aller Art. Für entscheidende Vorhaben, z. B. wichtige Konferenzen, Vollendung wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeiten, Ablegung von Prüfungen, sportliche Höchstleistungen und dergleichen ganz besonders Erfolg versprechend.
Zeit erhöhter körperlicher Leistungs- und Widerstandsfähigkeit, besonders günstig für anstrengende physische Arbeit, sportliches Training (ohne Gefahr der Überanstrengung). Die Widerstandskraft gegen Schmerzen, Infektionen, klimatische Einflüsse ist gesteigert, weshalb angreifende physikalische Behandlungen, wie Sauna-, Schlenz- oder Solbäder, Bestrahlungen, Impfungen, Blutentzüge, Massagen, Entfettungs- und Fastenkuren und vor allem chirurgische Eingriffe, Zahnbehandlungen usw. in diese Phase verlegt werden sollten. - Die geistigen Kräfte sind gehemmt.
Erhöhte Leistungsfähigkeit für den Kopfarbeiter, den Studenten, Konstrukteur, produktiven Künstler. Auch der Geschäftsmann verlegt wichtige Konferenzen, den kaufmännischen Außendienst, Entwürfe von Verträgen, den Wareneinkauf und teure Geschäftsreisen, Verwaltungsratssitzungen und große Abschlüsse mit Vorteil auf diese Tage. - Rein körperlich nicht auf der Höhe.
Im allgemeinen ist die körperliche und geistige Verfassung gut, aber es fehlt an der seelischen Beschwingtheit.
Stimmungsmäßig in guter Form, aber körperlich und geistig gehemmt, deshalb Zurückhaltung geboten. Der Sportsmann übt während dieser Tage nur Stiltraining, hütet sich vor Überanstrengung.
Körperlich in mittelmäßiger Verfassung, es fehlt an der seelischen und geistigen Beschwingtheit.
Die Geisteskräfte befinden sich in guter Form, dagegen körperlich schlecht disponiert. Zurückhaltung in allen, die volle Spannkraft erfordernden Betätigungen geboten. Dies gilt besonders für angreifende physikalische Behandlungen, Operationen u. dgl., denn die Widerstandskraft gegen Schmerzen ist gering.
Zeit der Regeneration, der Kräftesammlung, der Erholungsbedürftigkeit. Die Beachtung dieser Minusphase als schöpferischer Pause ist wichtig und zur Erreichung von Höchstleistungen in der kommenden Plusphase unerlässlich.
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